MedCom® im Leadership Development Program von Moore Stephens Europe

Das internationale Netzwerk der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Moore Stephens Europe (MSE) steht vor großen Herausforderungen. Es gibt in der Branche massive Umbrüche: Digitalisierung, Rotation der Prüfungsmandate, Rekrutierung und Bindung von qualifizierten MitarbeiterInnen, etc. Zusätzlich gilt es die strukturellen und kulturellen Besonderheiten von Expertennetzwerken zu gestalten.

Führung ist jetzt besonders gefordert, aber gleichzeitig – wie in vielen anderen Expertenorganisationen – wenig geliebt. Dies gilt für das Führen des Netzwerkes, wie auch für Führung in den einzelnen Mitgliedsfirmen. Führung ist weiterhin nicht gesehene Arbeit, schwer messbar in den Leistungen und  – in diesem Kontext noch schwieriger – mit dem Stigma der „nicht verrechenbare Stunden“ behaftet. Braucht es überhaupt Führung? Wie soll diese aussehen? Der Macher? Der fürsorgliche Vater? Shared Leadership? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen findet bislang wenig statt.

MSE Leadership Academy. Kommunikationsräume für Führung

Vor diesem Hintergrund hat Moore Stephens Europe im Frühjahr 2017 eine Leadership Academy gegründet. Im Unterschied zu den bisher eher an Fachthemen orientierten Angeboten des Netzwerkes, organisiert die MSELA Kommunikationsräume für die Auseinandersetzung mit Führung. Dies auf der Ebene der Einzelpersonen, der lokalen Firmen und dem Netzwerk als Ganzem. Eine Herkulesaufgabe!

Gemeinsam mit der Konfliktkultur wurde ein spannendes Programm erarbeitet, durch das eine gemeinsame Sprache, ein gemeinsames Verständnis zu Führung entwickelt werden soll. Führung soll heraus kommen aus der Unsichtbarkeit, aus der Beliebigkeit („Wir machen, wenn es gerade brennt, oder wenn nichts anderes ansteht“). In diesem Angebot sind mediative Führungskompetenzen ein wesentlicher Grundpfeiler.

Mediative Führungskompetenzen für gelingende Beziehungen

Mediative Führungskompetenzen zielen auf gelingende Beziehungen. Und im Netzwerk MSE geht sehr stark um Beziehungen und dies auf unterschiedlichen Ebenen:

  • Kundenbeziehungen: hier ist Vertrauen eine der Kernressourcen in der Beratungstätigkeit. Vertrauen gilt als wichtigste immaterielle Ressource im Kundenkontakt.
  • Gelingende Beziehungen zu MitarbeiterInnen: Motivation und Bindung an das Unternehmen beruhen auf der Qualität des Miteinanders.
  • Die Beziehungen zwischen den einzelnen Unternehmen müssen fortlaufend widersprüchliche Erwartungen ausbalancieren (Kooperation- Konkurrenz, kurz- und langfristige Nutzendimensionen, etc.).
  • In den Beziehungen zwischen dem Netzwerk als Institution und den Mitgliedsunternehmen ist entscheidend, wie mit den unterschiedlichen Anliegen, Interessen umgegangen wird. Wie können diese ausbalanciert werden? Wie mit Konflikten konstruktiv umgegangen werden?

Leadership Development Program

Die Akademie startete 2017 mit einem Leadership Development Program (LDP), an dem Firmen aus den NL, B, F, I, MC, GB, CZ, D und A teilgenommen haben. Neben vier Trainingsmodulen bietet das LDP einen individuellen Entwicklungsweg („Deep Dive“) und fördert den Austausch in den internationalen Peer Groups. In sog. Mini Labs setzen die TeilnehmerInnen ausgewählte Kernideen schon während des Trainings im eigenen Unternehmen, mit nicht am Training beteiligten KollegInnen, in die Praxis um. Im Mai 2018 startete LDP # 2.

Leadership Innovation Circle

Ein weiteres Highlight der Akademie ist der Leadership Innovation Circle, eine jährliche Großgruppenveranstaltung in dessen Verlauf neue Themen zu Führung erfahrbar gemacht werden. Ein „Lernen mit allen Sinnen“, mit namhaften Keynote Speakern und einem interaktiven Setting.

HR Verantwortliche als Sparring Partner der Führungskräfte

Ein lebendiges Netzwerk basiert u.a. darauf, dass zu gemeinsamen Themen unterschiedliche Zugangsweisen existieren, die sich ergänzen und wechselseitig inspirieren können. Die Frage, wie qualifizierte Mitarbeiter gefunden, gefördert und gehalten werden können, beschäftigt alle Mitgliedsfirmen. Human Ressources ist daher von zentraler Bedeutung, erhält jedoch in vielen Unternehmen noch wenig Aufmerksamkeit von Seiten der Managing Partner. Zur Stärkung von HR Verantwortlichen bietet die Akademie in Zusammenarbeit mit der Konfliktkultur ein zweites Trainingsprogramm an. In diesem werden die unterschiedlichen Ansätze und Programme im Bereich HR geteilt und eine Standortbestimmung hinsichtlich Rollen und Aufgaben vorgenommen.